Stiftung Kameramuseum Kurt Tauber



Otto Bräuer: Inhaber des Ansichtskartenverlags Riegel

Nachruf auf den Kaufmann, Fotografen, Autor: Der Mann der Nordbayern auf die Platte bannte


Wer war eigentlich der Mann, der Tausende von Ortsansichten und Hunderte von Kirchen, Gasthäuser und Burgen auf die Platte bannte und als Ansichtskarte unters Volk brachte? Die "Pegnitz-Zeitung" in Lauf an der Pegnitz schrieb dazu im Februar 2007 folgenden Nachruf:

Otto Bräuer, bekannt durch seinen Postkartenverlag und seine Fotos von Röthenbacher Mo­tiven und bestimmt eine der interessantesten Persönlichkeiten der Stadt, ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

Otto Bräuers Leben verlief äußerst bewegt. Am 6. April 1911 wurde er in Böhmisch-Leipa geboren. Nach Kindheitsjahren in Wien kam er als Sechsjähriger gemeinsam mit seiner Mutter nach Behringersdorf. Nach der Heirat mit der Röthenbacherin Margarete Obermeier zog er mit ihr in deren Haus in der Grabenstraße 13, wo er bis zuletzt lebte.

Otto Bräuer, der den Beruf des Kaufmanns erlernte, brachte es bis zum Geschäftsführer der Deutschen Hopfen-Verkehrsgesellschaft. Als sich diese auflöste, übernahm er 1954 einen Papierwarengroßhandel mit einem Verlag für Glückwunsch- und Ansichtskarten. Mehrere tausend Karten stapelten sich in seinen Firmenräumen im Keller, auf fast allen waren Motive aus Röthenbach oder der näheren Umgebung zu sehen. Bräuer verlegte und vertrieb diese Karten nicht nur, er war auch selbst als passionierter Fotograf mit seiner Leica im ganzen nordbayerischen Raum unterwegs.

Von seinem Vater, einem Journalisten, hatte Otto Bräuer wohl das Talent zum Schreiben geerbt. Immer wieder verfasste er - durchaus kritische - Beiträge für die PZ. 1999 veröffentlichte er unter dem Titel „Mein Glück" seine turbulente Lebensgeschichte.

Denn auch privat hatte Otto Bräuers Leben viele Höhen und Tiefen. Seine erste Frau Margarete und seine zweite Frau Betty starben, ebenso fünf seiner insgesamt acht Kinder.

Bereits als 18-Jähriger trat er 1929 der SPD bei, als diese sich gegen die immer mächtiger wer­dende NSDAP stemmte. Bis zuletzt hielt er der Partei die Treue, 2005 wurde er für seine damals 75-jährige Mitgliedschaft vom Röthenbacher SPD-Ortsverein ausgezeichnet, dessen ältestes Mitglied Bräuer war.

Bis zuletzt lebte Otto Bräuer zu Hause, erst nach einem Sturz vor wenigen Tagen musste er ge­schwächt ins Krankenhaus, wo er letztlich einschlief.


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