Die Sammlung Kurt Tauber: Trickfilmanlage Richard Crass


Ein Jahr lang lagerten die Einzelteile eines Crass-Trickfilmtisches, der früher einmal beim WDR in Köln im Einsatz war, in den Museumsräumen in Plech. Seit September 2011 steht das stattliche Gerät aus dem Jahr 1967, wieder fachmännisch zusammengebaut, in einem der künftigen Ausstellungsräume. Im Bild oben ist eine 16-mm-Kamera aufgebaut, hier die Abbildung der dazu gehörenden 35-mm-Filmkamera.

Eine Trickfilmanlage oder auch ein Tricktisch ist eigentlich eine Repro-Einrichtung. Eine spezielle Filmkamera schwebt an einer Säule über dem Tisch und filmt von oben senkrecht herunter. In den Zeiten vor der elektronischen bzw. digitalen Bildbearbeitung wurden hier hauptsächlich zweidimensionale Vorlagen wie Photos, Graphiken oder Titel auf 16-mm- oder 35-mm-Film übertragen.

Für den kreativen Prozess entscheidende Eigenschaft der Kameras ist dabei, dass diese einzelne Filmbilder vorwärts und rückwärts aufnehmen können. Größe und Lage des Bildausschnittes sind vielseitig zu variieren. ln allen wichtigen Fernsehanstalten gab es Trickstudios, ausgerüstet mit den ,,Arbeitstieren" der Branche: Trickanlagen der Firma Richard Crass, Berlin. Diese Maschinen waren zuverlässig, robust und vielseitig und versahen sie jahrzehntelang treu ihre Dienste – dieses Gerät hier beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln.

1991 arbeitete Stephan Scholze während eines Praktikums beim WDR an diesen Maschinen, 1992 wurde sie durch Computer ersetzt, auf der 42. Photokina in Köln noch einmal vorgeführt und dann an privat verkauft und kam über Umwege zu Stephan Scholzen. Der produzierte ab 1996 im privaten Trickfilmstudio hauptsächlich Cartoons für den WDR, aber auch Zeitrafferaufnahmen, Filmtitel, Kino-Werbespots, Stopptricks und Reproduktionen aller Art.

2010 brachte Scholzen die endgültig ausgemusterte Crass ins Deutsche Kameramuseum nach Plech, wo er sie 2011 in tagelanger mühsamer Arbeit wieder aufbaute und bei der Einweihung des Museums auch im Betrieb vorführte. 2019 wurde der Trickfilmtisch in einer Nische aus acht neuen Vitrinen platziert, was ihn gleichzeitig prominent aus dem Umfeld hervorhebt.

2019 wurde der Trickfilmtisch in einer Nische aus acht neuen Vitrinen platziert, was ihn gleichzeitig prominent aus dem Umfeld hervorhebt. Eine Tafel mit Erläuterungen und QR-Code informiert über das Gerät.

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